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Stählerne Gesellenstücke

 

Ein geschmiedetes Bettgestell, ein in Stahl gefasster Rundtisch, ein Bibelumschlag aus Stahl und poliertem Messing, eine Blumenampel und ein Kaminbesteck, hinzukommend fünf nach Konstruktionsvorgaben präzise gefertigten Wegsperren, die Gesellenstücke der zehn freizusprechenden Prüfungsabsolventen der Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik (vormals Schlosser) und Metallgestaltung (vormals Schmied) konnten sich sehen lassen. Dazu die detailgenaue Dokumentation, die Bewertung dürfte für die Prüfungskommission nicht einfach gewesen sein.

Im Beisein der Eltern und Lehrmeister gab Obermeister Sven Hennings von der Metallbauer- und Maschinenbaumechaniker-Innung Eckernförde den künftigen Gesellen neben lobenden auch mahnende Worte mit auf den Weg: "Wer glaubt, das er fertig ist, der irrt", so Hennings und verwies mit den Worten "Meister bin ich, Geselle war ich und Lehrling werde ich immer sein", darauf, dass auch mit bestandener Gesellenprüfung das Lernen nicht zu Ende ist.

Überdurchschnittlich war auf jeden Fall das Ergebnis. So konnte Maximilan Schäfer aus Frankfurt mit einer Bestnote von 1,4 für seinen Bibeleinband punkten, aber auch Torben Karkossa von der Gettorfer Metallbau GmbH erhielt für seine mit "zwei" bewerteten Arbeit großes Lob. Beide bekamen als Beste zusätzlich einen Buchpreis überreicht. Auch Ralf Stelzer, Vorsitzender des Prüfungsausschusses zeigte sich mit dem überdurchschnittlichen Ergebnis zufrieden: "Wir haben steigende Schülerzahlen bei der dreieinhalb jährigen Ausbildung, in der inzwischen auch oftmals Mädchen zu finden sind. Für diese ist es meist der Einstiegsberuf zum Hufschmied".

Ältester Absolvent war Uwe Tittel, der die Ausbildung neben seinem eigentlichen Beruf durchführte. "Mich hatte das Schmieden schon immer interessiert, und ich wollte es richtig lernen", sagte der 39 Jährige, der sich für ein Kaminbesteck entschied, bei dem die älteste Schweißart der Welt, das Feuerschweißen, zum Einsatz kam. Den Platz für das im Jugendstil gehaltene Kaminbesteck hat er in seinem Haus im Wohnzimmer schon festgelegt. "Ich wollte etwas für mich Nutzbares machen" erläuterte Tittel, der für seine Arbeit am Feuer rund 44 Stunden benötigte und für die Dokumentation, ein ebenfalls im Jugendstil gehaltenes Buch, die neben der Entwurfszeichnung auch Fotos der einzelnen Entstehungsphasen enthält, weitere 20 Stunden.

Obermeister Hennings nannte Fleiß, Kreativität, Pünktlichkeit und Sauberkeit des Arbeitsplatzes als Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Berufsausübung, schwor die Gesellen auf die drei Handwerkstugenden Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit ein und sprach folgende zehn frischgebackene Handwerksgesellen nach alter Tradition aus dem Lehrlingsstand frei: Fachrichtung Konstruktionstechnik: Nico Bäcker, Hajo Hansen, Torben Karkossa, Maic Kietzke und Oliver Wohlt; Fachrichtung Metallgestaltung: Ingo Bradatsch, Maximilian Schäfer, Björn Teige, Marvin Winder und Uwe Tittel.

 

aus Eckernförder Zeitung 31.1.2012